© FOTOS Robert Polster / Volkstheater; TEXT Volkstheater

SUPERHELDINNEN / Barbi Marković

 

Sie sind typische Großstädterinnen – sie haben ein gespaltenes Verhältnis zur Natur und einen geschärften Sinn für Hundekot. Jede von ihnen hat mindestens einmal das Land gewechselt und die Konsequenzen dieser Entscheidung getragen. Nach gescheiterten Stationen in Sarajevo, Belgrad und Berlin sind sie schließlich in Wien, der Stadt ihrer Wahl, gelandet.

Jeden Samstag treffen sich die drei Freundinnen im Café Sette Fontane am Siebenbrunnenplatz im Bezirk Margareten. In intensiven Arbeitsgesprächen entscheiden sie über den Einsatz ihrer magischen Kräfte. Mit „Blitz“ und „Auslöschung“ greifen sie helfend in die Schicksale kleiner Leute ein, während sie selbst vergeblich darauf warten, in der ersehnten Mittelschicht anzukommen. Ihre Magie ist dunkel wie ihr großstädtischer Pessimismus. „Keine von uns hatte jemals gelernt, ein normales, menschenwürdiges Leben zu führen. Überall waren wir von Mist und Misstrauen und Taubenscheiße umgeben.“ An einem Samstag verfolgt jedoch jede der drei ein geheimes Vorhaben, das ihre Leben entscheidend verändern wird.

REGIE Bérénice Hebenstreit / BÜHNENFASSUNG

Bérénice Hebenstreit, Andrea Zaiser und Barbi Marković

BÜHNE UND KOSTÜM Mira König / MUSIK Gilbert Handler DRAMATURGIE Andrea Zaiser

Premiere am 4.2.2017

Volx Margareten / Volkstheater Wien

 

Nominiert für das Nachtkritik Theatertreffen 2018

Pressestimmen

Es ist großes Kino, wie Berenice Hebenstreit den Roman von Barbi Markovic in Szene gesetzt hat: Diese Migrantinnen aus dem Osten wollen in die Mittelschicht aufsteigen, bevor diese absteigt. Sie zeigen nicht nur ihrem eigenen Schicksal den Stinkefinger – bei Sondierungstreffen wählen sie auch andere vom Glück Vergessene, um diese mit Magie auf den Weg zu bringen.

Nominierung Nachtkritik Theatertreffen

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„…, das Buch kann allen empfohlen werden, ob sie’s schon in die Mittelschicht geschafft haben oder nicht. Derzeit kann man es sich alternativerweise auch vorspielen lassen, und zwar sehr gut: Bérénice Hebenstreit hat es gemeinsam mit Marković dramatisiert und mit bescheidensten Mitteln erstaunlich effektiv inszeniert.“

Thomas Kramar, Die Presse

„Ein starkes weibliches Trio steht auch hinter der Uraufführung von Superheldinnen: Die Adaption des Großstadtromans von Autorin Barbi Marković (erschienen 2016) ist Regisseurin Bérénice Hebenstreit und Dramaturgin Andrea Zaiser gelungen. Es ist der großartigen Leistung der drei Schauspielerinnen zu verdanken, dass der literarische Text nie an Humor oder Spannung einbüßt, so aufmerksam begegnet man ihm. Quittner, Klar und Saleh bilden ein harmonisches Gespann, das sich stets auf Augenhöhe begegnet und dem man gerne zusieht.“

Katharina Stöger, Der Standard

“Alberne Kostüme brauchen die coolen Hexen aus dem Osten sicher nicht. Auf der leeren Bühne des Volx/Margareten stehen drei junge Frauen in Parka (Katharina Klar), mit silberglänzendem Plisseerock (Nadine Quittner), blauen Haaren (Seyneb Saleh) und liefern in der einfühlsamen Regie von Bérénice Hebenstreit ein kurzweiliges Kammerspiel (Bühne und Kostüme: Mira König). Zu den Höhepunkten der knapp zweistündigen Aufführung gehört es, wenn die Akteurinnen zum Mikro greifen und eines der Lieder – David Bowies Heroes, Superheroes aus der Rocky Horror Picture Show und No More Heroes von The Stranglers in einer exquisit-depressiven Coverversion von Gilbert Handler – zum Besten geben.”

Petra Paterno, Wiener Zeitung

„Marković zeichnet ein ungemein genauer Blick auf (prekäre) Lebensverhältnisse aus. Klar, Quittner und Saleh setzen spielfreudigst und quietschfidel diese Geschichten mit dem bitterbösen Happy End um.“

Reinhold Reiterer, Kleine Zeitung

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